Ob Set-Top-Box, smarte Kamera, Drucker oder Gebäudetechnik: Vernetzte Geräte (IoT) halten längst auch in Unternehmen Einzug. Praktisch – aber oft ein unterschätztes Sicherheitsrisiko. Viele dieser Geräte bringen Standardpasswörter, veraltete Software und kaum Update-Möglichkeiten mit.
Warum vernetzte Geräte zum Einfallstor werden
Ein einziges schlecht abgesichertes Gerät im Netzwerk kann Angreifern als Brückenkopf dienen – etwa um sich weiter auszubreiten oder das Gerät in ein Botnetz einzuspannen. Weil IoT-Geräte oft „nebenbei“ laufen und niemand sie pflegt, bleiben Sicherheitslücken häufig über Jahre offen.
Neu: Der EU Cyber Resilience Act
Die EU hat mit dem Cyber Resilience Act (CRA) reagiert. Er ist seit Dezember 2024 in Kraft und stellt verbindliche Sicherheitsanforderungen an vernetzte Produkte. Wichtige Stichtage: Ab dem 11. September 2026 gelten Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen, ab dem 11. Dezember 2027 die vollständige Konformitätspflicht. Hersteller müssen dann über die Produktlebensdauer – mindestens fünf Jahre – Sicherheitsupdates bereitstellen.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
- Standardpasswörter sofort ändern und, wo möglich, Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen.
- IoT-Geräte in ein eigenes, vom produktiven Netz getrenntes Segment (VLAN) verschieben.
- Ein Inventar führen: Welche vernetzten Geräte gibt es überhaupt im Haus?
- Firmware regelmäßig aktualisieren; Geräte ohne Update-Support aussortieren.
- Beim Neukauf auf Hersteller mit klaren Update-Zusagen (CRA-konform) achten.
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